Die ersten Computer
Geboren wurde ich in Oldenburg in Holstein. Dort lebte ich allerdings nur drei Jahre, bevor meine Familie nach Nidda-Ober-Schmitten zog.
Meine ersten Berührungspunkte mit Computern hatte ich bereits im Alter von neun Jahren mit einem Commodore VC20. Danach folgten ein C64, ein Amiga 500 und ein Atari ST. Nach meinem Hauptschulabschluss im Jahr 1990 begann ich auf Wunsch meines Vaters eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker. Computer rückten in dieser Zeit zunächst in den Hintergrund und andere Dinge wurden wichtiger.
1995, während meines Grundwehrdienstes in Niederstetten und Tauberbischofsheim, entdeckte ich den Computer wieder für mich. Windows 95 wurde mein Wiedereinstieg in die PC-Welt. Nach dem Wehrdienst war mir klar, dass ich langfristig nicht als KFZ-Mechaniker arbeiten wollte. Mein Ziel war die IT – nur der Weg dorthin war noch völlig offen.
Eine klassische IT-Ausbildung hatte ich nicht. Also eignete ich mir vieles selbst an. Netzwerke lernte ich zunächst auch durch mein Hobby kennen: LAN-Partys gehörten damals regelmäßig dazu. Mit einem 28.8-k-Modem machte ich meine ersten Schritte ins Internet – inklusive der damals noch ziemlich hohen Verbindungskosten. Dazu kamen erste Erfahrungen mit Windows NT 4.0 und Novell.
Der Einstieg in die IT
1998 beendete ich schließlich meine Tätigkeit als KFZ-Mechaniker. Während der anschließenden Arbeitssuche absolvierte ich erfolgreich einen Lehrgang zum NT-4.0-Administrator. Im Jahr 2000 gelang mir schließlich der Einstieg in die IT als PC- und Netzwerktechniker im Außendienst.
Diese Zeit war für mich fachlich besonders interessant. Neben Windows 2000 Server lernte ich auch SuSE Linux kennen. Vieles funktionierte damals noch deutlich anders als heute: Smartphones gab es nicht, DynDNS war noch wenig verbreitet und Internet-Flatrates kamen gerade erst auf. Wenn wir unterwegs Zugriff auf unseren Firmenserver benötigten, riefen wir den Linux-Server per Telefon an. Dieser stellte daraufhin eine Internetverbindung her und schickte uns seine aktuelle IP-Adresse per SMS. Erst danach konnten wir uns mit ihm verbinden.
Ende 2001 musste ich mich erneut beruflich orientieren. Dabei stellte ich schnell fest, dass der Wiedereinstieg in die IT ohne klassische IT-Ausbildung nicht einfach war.
IT trifft Logistik
Anfang 2003 fand ich schließlich eine neue Stelle bei einer Spedition in Kelsterbach. Das Unternehmen beschäftigte rund 65 Mitarbeiter an fünf Niederlassungen in Deutschland. Die IT wurde bis dahin von einem externen Dienstleister betreut. Aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten und langer Reaktionszeiten suchte das Unternehmen einen eigenen Netzwerkadministrator.
Damit begann für mich eine sehr vielseitige Zeit. Zur vorhandenen Infrastruktur gehörten unter anderem eine AS/400, mehrere Novell-Systeme, ein Windows-Server, David als Kommunikationslösung, die Unternehmenshomepage sowie zahlreiche Arbeitsplätze und Drucker. Nachdem ich mich eingearbeitet und die IT zunehmend stabilisiert hatte, übernahm ich zusätzlich andere Aufgaben im Unternehmen. Dazu gehörten beispielsweise Kurierfahrten, Lagerverwaltung und Zollabfertigungen.
Nach knapp zwei Jahren wurde die Spedition insolvent und ich musste mich erneut beruflich orientieren. 2006 fand ich eine Stelle in einem kleinen Unternehmen, das Restposten unter anderem über eBay vermarktete. Dort kümmerte ich mich um die überschaubare IT, stellte Waren bei eBay ein und übernahm den E-Mail-Support.
15 Jahre zwischen IT und Spedition
Nach etwa einem Jahr wechselte ich zu einem kleinen Logistikunternehmen. Gesucht wurde jemand, der sowohl die IT betreuen als auch Aufgaben aus dem Speditionsbereich übernehmen konnte. Für mich war das eine interessante Gelegenheit: Ich konnte die komplette IT eines kleinen Unternehmens betreuen und gleichzeitig einen völlig neuen beruflichen Bereich kennenlernen.
Die IT bestand zunächst aus drei Windows-Arbeitsplätzen, einem Windows-Server, der Homepage und einer lokal betriebenen Speditionssoftware. Gleichzeitig wurde ich in Luftfracht, Seefracht und Zollabfertigung eingearbeitet. Später absolvierte ich unter anderem Weiterbildungen im Bereich Luftfrachtsicherheit und Gefahrgut. Das Unternehmen wuchs im Laufe der Jahre von drei auf rund 20 Mitarbeiter.
Mit dem Wachstum wurde schließlich eine neue Speditionssoftware notwendig. Wir entschieden uns für eine Cloud-Lösung, wodurch sich mein Anteil an klassischer IT-Arbeit erheblich reduzierte. Am Ende bestand meine Tätigkeit ungefähr zu 90 Prozent aus Seefracht und nur noch zu etwa zehn Prozent aus lokaler IT-Betreuung.
Zurück in die IT
Nach 15 Jahren in diesem Unternehmen entschied ich mich deshalb, beruflich noch einmal einen neuen Weg einzuschlagen. Ich wollte zurück zu dem Bereich, der mich schon seit meiner Jugend begleitet hatte: IT.
Ende 2023 begann ich schließlich als IT-Systemadministrator in einem mittelständischen Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern. Dort arbeite ich bis heute. Parallel dazu habe ich ein Fernstudium im Bereich Fachinformatik/Systemintegration begonnen, um meine langjährige praktische Erfahrung durch aktuelles theoretisches Wissen weiter zu ergänzen.